Spucks Nussknacker, der tief berührt und doch amüsiert!

Warum Ballettliebhaber den neuen Nussknacker sehen sollten?

Ein brilliant erzähltes Handlungsballett virtuos getanzt!  
Christian Spuck beweist wieder einmal, dass er ein exzellenter Geschichtenerzähler ist. Sein besonderer Clou: Die Vorgeschichte der Originalversion von E.T.A. Hoffmann wird in den Ballettklassiker integriert. Aus der gewohnten einfältigen, wenn auch geliebten Nummernrevue wird ein Thriller, der einen von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Mit tollem Tanz – ohne jeden Kitsch und Ballast – präsentieren Christian Spuck und sein Team eine grotesk düstere Handlung.

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Pas de Deux der Extraklasse

Iana Salenko und Marian Walter brillieren in Dornröschen

Trotz schlechter Kritiken war ich sehr gespannt auf Nacho Duato’s Dornröschen an der Deutschen Oper in Berlin. Die dortige Ballettszene war 2015 sehr enttäuscht, als der neue Ballettdirektor seinen Einstand mit diesem Ballett gab. Denn die Uraufführung war bereits 2011 am Petersburger Mikhailovsky- Theater erfolgt. Somit wurde das Debutstück als zu wenig mutig, einfallslos und aufgewärmt empfunden.

Ausschnitt mit der Premierenbesetzung: Iana Salenko und Leonid Sarafanov

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Beseelte Körper und eine Intrigantin

Corpus – gleich 2 Uraufführungen am Opernhaus Zürich

Ballettdirektor Christian Spuck ermunterte Filipe Portugal und Douglas Lee, zwei zeitgenössische 40-minütige Ballette zur Musik des Orchestra La Scintilla zu choreografieren.  Die beiden Künstler liessen sich durch das Thema Barock inspirieren. Geschickt transformierten sie barocke Elemente ins 21. Jahrhundert.

Ein ganz grosses Kompliment an das Ballett Zürich, das durch seine Virtuosität gewaltig beeindruckte. Doch Tanz lebt nicht nur von der Bewegung. Er braucht auch Seele, so dass ein Spiel von Körpern, Gefühl und Leidenschaft entsteht, das das Publikum berührt. All dies konnte die Ballettcompagnie des Opernhauses wieder einmal szenisch wunderbar präsentieren.

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⭐️⭐️⭐️ Die göttliche Callas

Das Leben der göttlichen CALLAS als Tanztheater im Konzert Theater Bern

Ansprechende Interpretation der Triumphe und Tragödien der weltberühmten Diva Maria Callas durch die Sopranistin Alexandra Lubchansky und der Tanzcompagnie Bern. Die Choreografin Estefania Miranda lässt fünf Tänzerinnen die verschiedenen Lebensphase als Kind, Ehefrau, Geliebte, La Callas und Gefallene rückwirkend darstellen. Dabei wird aus dem vollen geschöpft – starke Bilder, plakative Videosequenzen, bis hin zur akrobatischen Zirkusszene.

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⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Ballett Zürich revolutioniert Verdi’s Requiem

Bombastische Gemeinschaftsproduktion von Ballett und Oper  am Opernhaus Zürich. Premiere von MESSA DA REQUIEM am 3.12.2016

Nicht endende Standing Ovations habe ich im Opernhaus so noch nie erlebt. Selbst als die weltberühmte Primaballerina Polina Semionova Giselle getanzt hat, gab es nicht so einen enthusiastischen Applaus. Das Premierenpublikum war restlos begeistert!

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Ballett Zürich begeistert in Clug’s SACRE

Sehenswerter Ballettabend PETRUSCHKA / SACRE  – von den angesagten Star-Choreographen Marco Goecke und Edward Clug am Opernhaus Zürich

Brauchen wir noch eine neue Interpretation von SACRE DU PRINTEMPS?
Ja, denn die Choreografie von Edward Clug zeigt die archaisch barbarischen Riten rund um das heidnische Frühlingsopfer besonders eindrücklich. Obwohl beinahe jeder bekannter Choreograf dieses Thema bearbeitet hat, bringt Clug’s Werk eine neue Dimension – eine halbe Tonne Wasser auf die Bühne. Fast wie beim Eiskunstlauf lassen sich die Tänzerinnen über die Bühne schleudern oder elegant durchs Wasser kreisen. Ein einmaliger Einfall!

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⭐️⭐️⭐️ Unendliche Kettenreaktionen

“tenir le temps” Choreografie von Rachid Ouramdane am 4. Juni in der Gessnerallee Zürich im Rahmen der Festspiele Zürich

Was mir sehr gefallen hat
Die Tänzer_innen waren fantastisch. Der Tanz erinnerte mich an meinen Chemieunterricht: sich gegenseitig anziehende und abstossende Moleküle. 2-3-4 gliederige Atomketten, die sich immer wieder neu zusammensetzen. DNA, die sich auf wundersame Weise dreht! Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Möglichkeiten  es gibt, mit 16 Tänzer_innen unterschiedliche Gruppen und Formen zu bilden.

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Immer wieder habe ich versucht, einzelnen Tänzer_innen zu folgen, um zu sehen, wie Neues entsteht. Aber es ging alles so schnell, dass ich immer wieder den Überblick verloren habe. Hervorzuheben ist die sensationelle Stepnummer eines Tänzers, der sozusagen aus der Reihe tanzte.

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