⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Es gruselt die Liebe!

Premiere von Christian Spucks “DER SANDMANN” am 28. Mai 2016 im Opernhaus Zürich

Christian Spuck ist ein sensationeller Geschichtenerzähler. Selbst den schwierigen Stoff von (Gespenster-) E.T.A. Hoffmann choreografiert er für das Ballett Zürich auf verständliche Weise. Die Solisten sind nicht nur perfekte Tänzer, sondern auch herausragende Schauspieler. vrogk7.jpg

Die Story geht in die Tiefe der menschlichen Psyche: Kindheitstrauma, Ängste, Fantasien, Wunschbilder, künstliche Geschöpfe, Alchemie. Nathanael, herausragend interpretiert von Matthew Knight, ist hin- und hergerissen zwischen der Welt seiner Wahnideen, die sich zu seiner Realität zusammenfügen und der Welt, die seine Mitmenschen als Realität definieren (Zitat Christian Spuck, Interview im Opernhaus Magazin).  Continue reading “⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Es gruselt die Liebe!”

Wie DER SANDMANN nach Zürich kommt!

Interview mit Birgit Deharde, freischaffende Choreologin zur Schweizer Erstaufführung “DER SANDMANN”

Birgit Deharde studiert gerade am Opernhaus Zürich “DER SANDMANN” von Christian Spuck mit dem Ballett Zürich ein. Dieses Ballett wurde am 7. April 2006 mit dem Stuttgarter Ballett uraufgeführt und von Frau Deharde in einer Partitur aufgeschrieben. Ihre Aufgabe ist es nun, den Tänzern in Zürich die Schritte der Originalchoreografie beizubringen. Die Premiere findet am 28. Mai statt.

Definition Choreologie:
Choreologie ist eine Tanznotation, bei der Tanzbewegungen in einem System von Notenlinien aufgezeichnet werden. Die Choreologie wurde von dem tschechischen Maler und Musiker Rudolf Benesh und seiner Frau Joan Benesh Ende der 1940er Jahre in England entwickelt und 1955 patentiert.

Birgit, Du warst 2006 beauftragt, die Choreografie der Uraufführung von “DER SANDMANN” aufzuschreiben. Wie funktioniert das, ein Ballett aufzuschreiben?

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Was passiert eigentlich bei einer Bühnenprobe?

Das Ballett Zürich probt DER SANDMANN auf der Bühne am 17. Mai 2016

Als Mitglied der Freunde des Balletts Zürich durfte ich bei der Bühnenprobe vom Christian Spucks Schweizer Erstaufführung “Der SANDMANN” im Opernhaus Zürich zuschauen. Ein einmaliges Erlebnis für Ballett-Liebhaber!

Die sechste Bühnenprobe
Bevor ein Ballett auf der Bühne geprobt wird, wird das Stück im Ballettsaal einstudiert. Das kann Wochen und Monate dauern. Dann kommt der grosse Moment, an dem das Ensemble das erste Mal auf der Opernhausbühne proben kann. Das Bühnenbild ist aufgebaut. Die Requisiten sind vorhanden.Der Bühnenboden wurde für diese Produktion leicht angeschrägt, was eine besondere, zusätzliche Herausforderung für die Tänzer darstellt.  Die Bühne muss mit der Oper geteilt werden und je nach Zeit und Kapazitäten werden 10 – 15 Bühnenproben angesetzt. Neben den Proben der Companie gibt es auch mehrere Beleuchtungs- und Tonproben. Diese Probe ist bereits die sechste szenische Bühnenprobe und dauert 3 Stunden von 18 Uhr – 21 Uhr.

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Wie kann man Tanz aufschreiben?

Wie funktioniert Tanzschrift?

Die Choreologin Birgit Deharde hat mir während eines Interviews versucht, die Tanzschrift zu erklären. Choreologie ist sehr schwierig zu verstehen und zu erlernen. Es braucht eine lange Ausbildung und viel Erfahrung. Detailtreue, Geduld, Akribie und Vorstellungsvermögen gehören zu diesem Beruf. Ohne professionelle Ballettausbildung fehlen die Grundlagen, denn die Choreologin muss wissen, wie Ballette aufgebaut sind und welche Schrittfolgen getanzt werden.

Was ist Choreologie?
Anders als in der Musik, ist Tanz eine flüchtige Kunst. Erst im 20. Jahrhundert wurden zwei unterschiedliche Tanzschriften zum schriftlichen Aufzeichen von Tänzen erfunden, wobei sich die Benesh Movement Notation durchgesetzt hat. Diese um 1940 erfundene Tanzschrift ermöglicht es, alle vom menschlichen Körper ausführbare Bewegungen festzuhalten. Tanzschrift und Tanznotation meint das gleiche.

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Die letzte deutsche Primaballerina/ Germany’s last Prima Ballerina

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Buch zum Bühnenabschied über Beatrice Knop – Primaballerina am Staatsballett Berlin – von Jan Stanislaw Witkiewicz

Ein Must für Ballett-Liebhaber!

Das Buch in Interviewform gibt einen hervorragenden Einblick in das Leben einer disziplinierten, willensstarken Tänzerin. Mit 10 Jahren beschloss Beatrice Knop Balletttänzerin zu werden. Das war ihr Ziel, dem sie alles unterordnete. Tanzen war für die Ostberlinerin nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Auch wenn sie jahrelang ständig nur die zweite Besetzung war, trainierte die Perfektionistin unerbittlich mit Beharrlichkeit und Ausdauer weiter. Man kann es auch Demut nennen. Bis sie dann doch den Durchbruch schaffte und sich zu einer einzigartigen Primaballerina entpuppte.

Warum ist der Buchtitel “Die letzte deutsche Primaballerina”?

Momentan scheint es keinen Nachwuchs in Deutschland zu geben, was Beatrice Knop sehr bedauert. Ihr war nicht bewusst, dass es nach ihrem Bühnenabschied keine klassische deutsche Primaballerina mehr gibt. Heutzutage verschärfen weltweite Auditions den internationalen Wettbewerb zwischen den Bewerbern.

Über den Titel des Buches wurde viel diskutiert. Sicherlich ist Beatrice Knop momentan die letzte Berliner Ballerina. Aber das kann sich auch wieder ändern.

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Was ist eigentlich eine Erstaufführung?

Die Unterschiede zwischen Uraufführung, Erstaufführung und Premiere

Welturaufführung oder Urauführung
Die allererste Aufführung eines Balletts weltweit überhaupt, nennt man Uraufführung. Der Begriff Welturaufführung ist eigentlich doppelt gemoppelt, denn jede Uraufführung wird erstmalig irgendwo auf der Welt getanzt.

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Kannst Du Spagat?

Diese Frage nervt Lou Spichtig, Tänzerin vom Junior Ballett Zürich

Natürlich kann sie Spagat. Und sie kann noch viel mehr. Sie trainiert täglich 8 Stunden. Denn Ballett ist ein Hochleistungsjob. Die Balletttänzer sind Top-Athleten. Sie brauchen Kraft und Körperspannung, um auf den Zehenspitzen die Balance zu halten und die gewaltigen Drehungen und Sprünge zu bewältigen. Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer gehören selbstverständlich auch dazu. Nur durch das tägliche harte Training können die Tänzer diese körperliche Leistungsfähigkeit erreichen und halten.

Lou Spichtig (erste von rechts) im Schwanensee in der Choreografie von Alex Ratmansky, Opernhaus Zürich

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