Restless Ballett Zürich – sehenswert

Ein riesiges Kompliment ans Zürcher Ballett! RESTLESS war wirklich SPITZE! Die Ballettkompagnie hat die vier anspruchsvollen Stücke dieses Ballettabends technisch äusserst perfekt mit Bravour und Hingabe getanzt. Die Stimmungen der völlig unterschiedlichen Ballette wurden exzellent eingefangen und wunderbar umgesetzt.

Grosses Kompliment an Christian Spuck, den Ballettdirektor des Zürcher Balletts, für diese gelungene Auswahl. Wie auch schon bei Gods and Dogs, dem dreiteiligen Publikumsrenner von 2015, schaffte es Spuck, ein einmaliges Gesamtkunstwerk zu zusammenzustellen.  Im Repertoire jeder Ballettkompanie ist mindestens ein Mehrteiler pro Jahr vorgesehen, aber oftmals kommt so ein Ballettabend einem Sammelsurium gleich, auch wenn die einzelnen Stücke gut getanzt und ausgewählt sind. Denn oftmals fehlt das Geamterlebnis und das hinterlässt einen schalen Nachgeschmack! Ganz anders bei RESTLESS.

       Ausschnitt aus Restless – Ballett Zürich
       Probentrailer Restless – Ballett Zürich

William Forsythe – New Sleep von 1987:  Eine Meisterleistung der Extraklasse!!!!
Ich liebe Forsythe’s Ballette wie Artifacts and “In the middle somewhat elevated” aus den 80igern. Tänzerisch extrem schwierig zu meistern, präzise Bewegungen, ganz zackig auf jeden Ton der Musik mit Perfektion getanzt. Die schrille, fragmentartige Musik mag nicht jeder. Für mich passt sie perfekt zu den exakten Tanzbewegungen.
Das Ballett Zürich ist die vierte Kompanie weltweit, die dieses Stück in ihr Repertoire aufnehmen darf. Das spricht für die hohe Qualität des Balletts Zürich.

Sol Leon/Paul Lightfoot – Skew-Whiff von 1996: Humor wird in Tanz umgesetzt
Windschief“, also mit gewundenen, gekrümmten Bewegungen umgarnen die 3 Tänzer  Matthew Knight, Daniel Mulligan und Surimu Fukushi auf die Musik von Rossini’s Diebischer Elster die Tänzerin Katja Wünsche. Das Stück ist technisch extrem anspruchsvoll, kraftvoll, energiegeladen, aber auch schauspielerisches Talent mit Witz ist gefragt. Das Ganze wirkt extrem lustvoll und humoristisch.

Douglas Lee – Aria von 2012: Ein traumhaftes Pas De Deux
Getanzt von Katja Wünsche und Alexander Jones- ein Augenschmaus – ohne Worte.

Filipe Portugal – Dialogos – Uraufführung vom 20.12.2015 Ballett Zürich
Seine ersten, sehr klassischen Choreografien schuf Portugal bereits, als er als Solotänzer bei Heinz Spoerli engagiert war. Jetzt scheint er seinen eigenen Stil gefunden zu haben. Mit 28 Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne hat sich Portugal viel vorgenommen. Die zahlreichen Pas de Deux der fünf Solospaare stehen im Dialoge mit der Musik und zeigen komplexe Bewegungen mit extrem vielfältigen Hebungen und Drehungen, aber auffällig wenigen Sprüngen.
Die Musik wurde von dem Swiss Jazz Profi Nic Bärtsch extra für Dialogos komponiert. Anfänglich ist die Musik sehr zurückhaltend und lässt genug Platz für das Tanzgeschehen, auf Dauer wirkte sie doch etwas zu repetitiv und eintönig. Aber nach einem etwas langgezogenen Mittelteil gewinnt das Stück wieder an Drive. Ich war sehr fasziniert von dem einfallsreichen Bewegungsrepertoire des Jungchoreografen.

Nächste Vorstellungen
19 Feb 2016, 19:00
20 Mär 2016, 20:30 AMAG-VOLKSVORSTELLUNG
29 Mär 2016, 19:00

Gastspiel: Di 23. Feb 2016, Graf Zeppelin Haus, Friedrichshafen

Alle Details im Link Restless – Vorstellung – Opernhaus Zürich

 

 

 

 

Author: ballettlovers

I danced ballet as child, albeit with little success. Despite this, my passion for ballet and dance has carried into adulthood. I still love to watch ballet performances and would love to share my passion with you.

2 thoughts on “Restless Ballett Zürich – sehenswert”

  1. R e s t l e s s
    sah ich am 23.02.2016 in Friedrichshafen. Natürlich war ich als pflichbewusster Bildungsbürger begeistert! – Warum aber trotz all des humorvoll Gewollten und Inszenierten die tiefe Traurigkeit, die mich zunehmend befiel? – War es die fast nicht zu toppende Perfektion der Performance, die mich nicht gelassen er-heiterte sondern restless ent-heiterte, weil da nirgends ein Bruch, ein Spalt, eine Unvollkommenheit offen blieb, durch den die Züricher Shivas mit dem einzig tanzermöglichenden, flammenden Umkreis hätten dialogisch kommunizieren können! – Hannah Arendt hat es gewusst: Wenn ein Fuchs seinen Bau immer perfekt und perfekter ausbaut, wird er irgendwann zur Falle! – Das war seinerzeit auf Heidegger und den Hitlerismus gemünzt. – Was aber, wenn die faschistoide, bodygebuildete Körperkultur des Dritten Reichs fröhliche Urständ feiert? – Ein Vergleich, auf den man (zwecks political correctness) besonders beim schief im rechten Wind stehenden Skew-Whiff natürlich nie kommen würde!

    Michael Schnell

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